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1920 – 1939 Gründerzeit
Im Frühjahr 1920 gründen 20 junge sportbegeisterte Männer den Fußballverein Landenhausen
Die Gründer waren:
Johannes Füg, Heinrich Kircher, Heinrich Eichenauer, Ludwig Möller, Heinrich Möller, Heinrich Dechert, Georg. Adam Schwing, Fritz Kühl, Heinrich Zinn, Johannes Schwing, Johannes Wahl, Karl Seibert, Karl Lang, Johannes Füg, Ernst Wahl, Heinrich Schwing, Heinrich Friedel, Jost Köhler, Karl Möller, Konrad Renker.
Der erste Vorstand wurde gebildet mit:
Fritz Kühl – 1. Vorsitzender
Johannes Schwing – 2. Vorsitzender
Ernst Wahl – Schriftführer
Johannes Füg – Rechner
Ein Sportplatz wird hergestellt:
Schon im ersten Gründungsjahr 1920 wurde dem, von den Bauern ungeliebten Wiesenspiel, ein Ende gesetzt. Der erste Sportplatz wurde unter abenteuerlich anmutenden Bedingungen auf den Rödern (heute Kreiszeltlager mit Jugendheim) angelegt. Das Gelände war eine Heidelandschaft, durchzogen von tiefen Schützengräben und Unterständen der damaligen Jugendwehr (1914 – 1918). Etliche Sandgruben schienen ein weiteres unüberwindliches Hindernis zu sein. Das gesamte Gelände musste mit Ackerpflug eingeebnet werden. 10 – 15 Fußballfreunde zogen abwechselnd in mühevoller Arbeit den Pflug. Die ersten Fußballtore wurden aus zugesägtem Holz aus dem Wald und Maschendraht gebaut.
Bis zur Einweihung des neuen Sportzentrum im Jahr 1968 wurde auf dem Sportplatz „Auf den Rödern“ gespielt. So mancher noch lebender wird sich an die Schlammschlachten auf dem roten Sand erinnern.
Vereinssatzung und erste Fußballkleidung:
Im Jahr 1921 konnte die erste Fußballkluft in den Farben blau und weiß angeschafft werden. 1922 wurde die erste Vereinssatzung erstellt, die 20 Punkte enthielt. Die Vorstandsmitglieder unterschrieben auf der Rückseite.
Der Spielbetrieb begann:
Nach dem Beitritt des Fußballvereins Landenhausen zum Kreisfußballverband Lauterbach wurden die ersten Verbandsspiele durchgeführt. Landenhausens Mannschaft spielte hauptsächlich im Bezirk Fulda und nur teilweise im Bezirk Alsfeld.

Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges im Jahr 1939 war der Fußballverein Landenhausen mit zwei Mannschaften am Spielbetrieb beteiligt. Neben dem VFL Lauterbach und der Slitisa Schlitz zählte man zu erfolgreichsten Vereinen in der Region.
1940 – 1960 Kriegszeit und Neubeginn
Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde Ende des Jahres 1945 der Sportbetrieb wieder aufgenommen. Am 21.10.1945 wurde der Verein von FV zur Sportgemeinschaft Landenhausen umbenannt. Mit Hilfe des Sportamtes in Lauterbach konnten auch 11 Paar neue Fußballschuhe angeschafft werden. Der Sportplatz „Auf den Rödern“ wurde wieder neu hergerichtet.
In der Generalversammlung am 18.01.1947 nahmen zum ersten Mal Frauen teil. Einige Wochen später begannen diese mit dem Handballspiel und erzielten einige Erfolge.

Am 27.06.1953 schlossen sich in einer Verschmelzungsversammlung der Turn- und Schützenverein der Sportgemeinschaft Landenhausen an. Die neue Sportgemeinschaft bestand nun aus den Abteilungen:
- Fußball
- Turnen
- Schießen
Der Gesamtverein erfreut sich von Jahr zu Jahr eines immer größeren Zuspruchs.
Die Schützenabteilung errichtete einen neuen KK-Schießstand am Sportplatz „Auf den Rödern“, die am Himmelfahrtstag 1957 eingeweiht wurde. Doch nur kurze Zeit konnten sich die Schützen freuen. Durch den Verkauf des Geländes zur Errichtung eines Kreiszeltlagers an den Kreis Lauterbach, musste der KK-Schießbetrieb wieder eingestellt werden.
1951 hatten sich einige Enthusiasten zusammengefunden, um einen Turnverein zu gründen. Hauptinitiator war Andreas Dickel der es verstand in kurzer Zeit eine große Zahl Jugendlicher am Geräteturnen zu begeistern. Barbara Pinkwart hatte eine Damenriege aufgebaut. Neben dieser Sportart wurde auch Leichtathletik betrieben.
Aus Mangel an geeigneten Räumen musste das Turnen nach sechs Jahren wieder eingestellt werden.
1960 – 1980 Neuer Schub durch Sportzentrum Landenhausen
Durch die ständig wachsende Zahl aktiver Sportler konnte man die alte „Rödern“ nicht als wettkampfgerechten Sportplatz bezeichnen. Durch den Kauf des Geländes durch den Kreis Lauterbach zur Errichtung eines Kreiszeltlagers bot sich nun die Chance zum Bau eines neuen Sportplatzes an. Dank der Initiative des damaligen Bürgermeisters Ludwig Lang wurde der Entschluss zum Bau eines neuen Sportgeländes mit Sportplatz, Sporthalle und Vereinsheim in Angriff genommen. Nach Genehmigung der Planung und der Finanzierung der Kosten in Höhe von 524.000,00 DM im Jahr 1965 konnte mit der Realisierung begonnen werden. Mit Hilfe einer Pioniereinheit der US Armee aus Fulda und der gewaltigen Eigenleistung der Landenhäuser Bürger -mit sage und schreibe 8.000 Stunden – konnte das neue Sportzentrum am 29. Juni 1968 eingeweiht werden.
Bereits im Jahr 1965 nahm die neu gegründete Tischtennis-Abteilung an Meisterschaftsspielen teil. Erster Abteilungsleiter war Otto Bäuscher im damaligen Alter von 16 Jahren. Trainiert und gespielt wurde im Saal der Gaststätte Knap (später Dorfschänke“. Obwohl die Licht- als auch Bodenverhältnisse nicht ideal waren, war man dankbar, dass es überhaupt einen Raum zur Ausübung des Sports gab. Nicht selten musste vor Punktspielen erst noch die hausmacher Wurst und die Bestuhlung entfernt werden. Kameradschaft wurde von den anfangs 15 Sportlern groß geschrieben. Nach anfänglichen „Lehrjahren“ stellten sich im Laufe der Zeit immer mehr Erfolge ein.
Dem gesamten Sportgeschehen wurde durch die neue Sportstätte ein riesiger Schub verliehen. Im Spieljahr 1977/78 konnte die Abteilung erstmals mit acht Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Neben zwei Herrenmannschaften starteten eine Damenmannschaft, eine Mädchenmannschaft, zwei Jugendmannschaften, eine Schülermannschaft. Mit ihrem Start in der Landesliga 1974 und 1975 wurde die Damenmannschaft zur erfolgreichsten Truppe der Abteilung.
Unter der Führung von Erna Jander, Annemarie Bäuscher, Heinrich Zinn und Leonhard Weitzel entwickelte sich nun ein großes Angebot an turnerischen und leichtathletischen Angeboten. Die Leichtathletik- und Turnabteilung wurde in allen Altersklassen sehr aktiv. Junge und ältere „Turnfrauen“ trafen sich regelmäßig in großer Zahl zu ihren Übungsstunden. Junge Mädchen und Jungs nahmen mit bemerkenswerten Erfolgen an vielen Leistungswettbewerben teil. 1974 wurde zusätzlich eine Wanderabteilung, die jährlich Volkswandertage mit bis zu 500 Teilnehmern ausrichtete.
Auf dem neuen Sportplatz, der zu dieser Zeit, zu den besten Rasenplätze in der Region zählte, fühlten sich nicht nur die Einheimischen Fußballer, sondern auch die Gäste sehr wohl. Am aktiven Spielbetrieb nahmen drei Jugendmannschaften, zwei Seniorenmann-schaften und eine „Altherrenmannschaft“ teil. Nach wie vor waren die Fußballer der SG geachtete Gegner in der gesamten Region. Besonders stolz war die SG auf die Tatsache, dass alle Fußballer aus Landenhausen kamen.
Mit einem Raum in der Gaststätte hatten die Sportschützen einen eigenen Luftgewehr-Schießstand errichten können und nahmen erfolgreich an Ligawettwerben teil.
1980 – 2000 Hohe Aktivität in allen Abteilungen
In den 80er Jahren spielten unsere Fußballer äußerst erfolgreich. Die 1. Mannschaft spielte in der A-Klasse Fulda und die A-Jugend in der Bezirksleistungsklasse. Im Gegensatz zu anderen Mannschaften spielten in unserer 1. Mannschaft ausschließlich einheimische Sportler. Umso bemerkenswerter sind die Erfolge. Die Reservemannschaft spielte eine führende Rolle und holte in den Jahren 1984/88/89 die Meisterschaft. Einige Jahre konnte die SG auch eine 3. Mannschaft in den Wettbewerb schicken. Die 90er Jahre waren die erfolgreichsten der Fußballer in der Vereinsgeschichte. Schon Ende der 80er Jahre spielte die Mannschaft eine gute Rolle in der Bezirksliga-Fulda-Mitte. In der Saison 1997/98 wurde souverän die Meisterschaft errungen und damit der Aufstieg in die Bezirksoberliga.
Talentierte Jugendspieler stockten immer wieder die Seniorenmannschaften auf und halfen das Niveau zu halten.
Im Jahr 1988 wurde eine Damenfußballmannschaft gegründet. Nach einer kleinen „Lernphase“ stellten sich schnell Erfolge ein. Im Jahr 1999 belegte die Mannschaft in der Bezirksoberliga den 2. Tabellenplatz.
In der Leichtathletik- und Turnabteilung wurde fleißig gearbeitet. Das Angebot wurde mit dem Kinderturnen erweitert. Die Leichtathleten waren bei vielen überregionalen Wettbewerben erfolgreich.
2000 – bis heute
Um den hohen Anforderungen der Fußballer an Trainingszeiten gerecht zu werden, konnte Anfang der 2000er Jahre ein neuer Trainingsplatz mit Flutlichtanlage errichtet werden. So konnte der Trainingsbetrieb aller Mannschaften auch in den dunklen Jahreszeiten im Freien stattfinden.
Gleichzeitig musste aber auch festgestellt werden, dass es immer schwieriger wurde, genügend Spieler aus Landenhausen zu finden, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Schon in den 80er Jahren wurde deswegen mit dem TV Angersbach die JSG Wartenberg gebildet. Nun schlossen sich auch die Seniorenfußballer zur Fußballspielgemeinschaft Wartenberg (FSG) zusammen. Im Jahr 2013 wurde diese auch noch durch den Tuspo Bad-Salzschlirf zur FSG Wartenberg-Bad Salzschlirf erweitert. Diese Entwicklung war das Ergebnis der immer größeren Spielerwanderungen und auch Abwerbungen durch andere Vereine. Schon in den unteren Klassen wurde den Fußballern Geld für ihre Einsätze angeboten. So mancher konnte der Verlockung nicht widerstehen. Der eine oder andere hatte wohl auch die Hoffnung als Talent von größeren Vereinen entdeckt zu werden. Weil sich die SG Landenhausen an diesem Gebaren nicht beteiligte, musste man einige gute Spieler ziehen lassen.
Nachdem im Jahr 2010 noch das 90-jährige Jubiläum mit 3-tägigen Veranstaltungen groß gefeiert werden konnte, musste das 100-jährige Jubiläum wegen der Corona-Krise ausfallen. In der Zwischenzeit war es immer schwieriger geworden genügend Mitglieder zu finden, die sich im Vorstand engagieren wollten. Das führte dazu, dass die Fortführung der SG im Jahr 2015 auf der Kippe stand. Dankenswerterweise fanden sich doch wieder Ehrenamtliche, die sich zur Verfügung stellten. Bis heute wird unsere SG von einem Teamvorstand geleitet, der sich -anders als früher – aus vielen jüngeren, engagierten Mitgliedern zusammensetzt. Das junge Team sorgte in den Jahren 2019 – 2022 zum Beispiel auch dafür, dass das Sportplatzgelände grundhaft saniert werden konnte.
Die Seniorenfußballer betreiben ihren Sport ab der Saison 2024/25 wieder unter dem Label SG 1920 Landenhausen. Nach dem Rückzug der Tuspo Bad Salzschlirf im Jahr 2022, konnte auch der TV Angersbach keine Verantwortliche für ihre Fußballabteilung finden.
In allen Abteilungen stehen fleißige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung, die die Grundlage für ein großes Sportangebot darstellen. So konnte auch die Tischtennis-Abteilung wieder die Nachwuchsförderung starten.
